Der Zweite Weltkrieg ging auch an Susanowo nicht spurlos vorüber. Während des Krieges standen mehrere junge Männer aus dem Dorf im Militärdienst:
-
- Jakob Peter Peters
- Heinrich Heinrich Neufeld
- Jakob Abram Klassen
- Heinrich Abram Klassen
- Jakob Peter Ens
- Johann Isaak Braun
Über ihre individuellen Schicksale ist leider nur wenig bekannt.
Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941 verschlechterte sich die Lage der deutschen Siedler schlagartig. Die sowjetische Führung befürchtete, dass die ethnischen Deutschen als „Fünfte Kolonne“ für Hitler-Deutschland agieren könnten. In der Folge wurden im September 1941 nahezu alle Soldaten deutscher Abstammung aus den kämpfenden Einheiten der Roten Armee abgezogen.
Anstatt nach Hause zurückkehren zu dürfen, wurden die meisten dieser Männer – und später auch viele Frauen – in die sogenannte Trudarmee (Arbeitsarmee) eingezogen. Diese Einheiten waren de facto Zwangsarbeitslager, meist hinter dem Ural oder in Sibirien, geprägt von harten Arbeitsbedingungen, unzureichender Verpflegung und strenger Bewachung.
Bemerkenswert ist, dass diese Menschen nicht wegen mangelnder Loyalität oder tatsächlicher Vergehen bestraft wurden, sondern allein aufgrund ihrer ethnischen Herkunft. Für viele Russlanddeutsche stellte die Trudarmee eine noch schwerere Prüfung dar als der Dienst an der Front: Dort galten sie als „Feinde des Volkes“, mussten aber gleichzeitig Schwerstarbeit für den sowjetischen Staat leisten.
